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snuggle
Ich glaube ich verstehe deinen Einwurf und was du sagen willst. Man kann so argumentieren, dass du Recht hast. Ich stimme jedoch trotzdem nicht zu.

Klassenbewusstsein (und folglich Klasseninteresse) basieren in meinem Verständnis nicht nur auf rein ökonomischen Faktoren. Im Sinne Althussers (den ich nie gelesen habe =)) gehe ich davon aus dass es einen ideologischen Staatsapparat gibt der nicht allein im überbau lokalisiert ist. Selbst wenn man eher traditionell marxistisch argumentiert, könnte man sagen, dass es im Interesse der Grünenwähler*innen (als klein- und bildungsbürgerliche Gewinner der Dienstleistungsgesellschaft) liegt, eine reformistische Partei zu wählen die den Kapitalismus optimieren möchte, das Leistungsprinzip aufrecht erhält und den Aufstieg durch Bildung fördern möchte.

Für die Wähler*innen der FDP, das selbstständige und Produktionsmittelbesitzende Bildungsbürgertum, könnte man ähnliches behaupten.

Bei der AfD ist es ähnlich: Älteren, materiell relativ gut abgesicherten rassistischen weißen Männern ist es egal ob die Armen ärmer werden, die Erde vor die Hunde geht und Frauen und Queers entrechtet werden solange niemand ihnen ihren Diesel wegnimmt, die Steuern nicht steigen und sie ihr fragiles Selbstwertgefühl weiter durch rassistische Projetionen stabilisieren können. Wenn alles zusammenbricht sind sie eh schon tot.

Die sog. Volkspartein haben sich aj eh auf die Fahnen geschrieben, dass sie nicht ausschließlich für die INteressen eienr bestimmten Klasse stehen.

Die Beschreibungen der Wähler*innengruppen sind natürlich nur Klischees uns stark verkürzt, aber da ist m.E. was wahres dran.

Interessant wäre die Fragestellung übrigens auch, wenn man die Klassen eher global als national interpretieren würde. Aber das wäre ein ganz neues Fass.

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Schweinderl